Wasserqualität in Deutschland

Von Wasserversorgungsunternehmen zur Verfügung gestelltes Wasser unterliegt in Deutschland strengen und regelmäßigen Kontrollen.

Hygienisch betrachtet ist Wasser in aller Regel in einwandfreiem Zustand, die chemische Belastung liegt in den allermeisten Fällen unterhalb gesetzlicher Richtwerte der deutschen Trinkwasserverordnung, oft sogar unterhalb von Messwerten. Siehe auch Trinkwasserverordnung vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW).

Die vorgeschriebene, ideale Beschaffenheit sagt jedoch nichts über die unterschiedlichen Wasserqualitäten des gelieferten Wassers oder den Härtegrad des Wassers in Deutschland aus.

Hartes Wasser


Das Wasservorkommen in Deutschland weist recht unterschiedliche Zusammensetzung auf, alle Wasserhärtegrade von weichem bis ganz hartes Wasser sind vorhanden. Eine aktuelle Übersichtskarte der Härtegrade regionaler Gebiete, die die Verteilung der Härtegrade innerhalb Deutschlands aufzeigt, exisitiert leider nicht. Der jeweilige Härtegrad einer Region hängt immer stark mit der Bodenbeschaffenheit der jeweiligen Landschaft zusammen.

Aus der Umwelt-Broschüre der Tegernseer-Fach-Gruppe e.V. "Mensch, Wasser, Sonne, Wärme & Umwelt" stammt eine in 1997 abgebildete Karte über die regionale Verteilung der Wasserhärte, die aber den aktuellen Gegebenheiten in weiten Teilen nicht mehr entsprechen dürfte.  Die in nebenstehender Karte blau eingefärbten Regionen weisen überwiegend hartes bis sehr hartes Wasser auf. 

Analysenergebnisse und Grenzwerte im Versorgungsgebiet Darmstadt

(Stadt Darmstadt sowie Ortsteile, Riedstadt mit Ortsteilen, Weiterstadt mit Ortsteilen, Biebesheim, Erzhausen, Griesheim, Stockstadt, Groß-Gerau im Ortsteil Dornheim, Mühltal mit dem Ortsteil Traisa, Teile von Nieder-Ramstadt sowie Ober-Ramstadt)

Auch in Hessen sind nahezu alle Wasserhärtegrade nachzuweisen. Die HSE (HEAG Südhessische Energie AG) ist  in weiten Teilen Südhessens und im Ried für die Trinkwasserversorgung – und damit für entsprechende Analysen - zuständig. Dazu gehört auch das Versorgungsgebiet Darmstadt.

In dieser Region sind viele Mineralien im Grundwasser gelöst, das durch die HSE gefördert wird. Der hohe Gehalt an Calcium- und Magnesium-Verbindungen im Wasser führt zu überwiegend stark kalkhaltigem Wasser, das in die Haushalte geliefert wird.

Die Analyse der Wasserwerte (PDF-Download) gemäß der deutschen Trinkwasserverordnung von 2024 ergab für das Versorgungsgebiet Darmstadt eine Gesamthärte von 18,4° - 19,5° dH* (Stand 01.01.2024) und fällt damit in den Härtebereich hart bzw. der Einstufung 3.

Auszug aus

Analysenergebnisse und Grenzwerte im Versorgungsgebiet Darmstadt

Parameter
Ergebnis in dH*
mol/m³

Gesamthärte

18,4 - 19,5

3,3 - 3,5

Karbonathärte

11,9 - 12,3

2,1 - 2,3

der entega AG (Stadt Darmstadt sowie Ortsteile, Riedstadt mit Ortsteilen, Weiterstadt mit Ortsteilen, Biebesheim, Erzhausen, Griesheim, Stockstadt, Groß-Gerau im Ortsteil Dornheim, Mühltal mit dem Ortsteil Traisa, Teile von Nieder-Ramstadt sowie Ober-Ramstadt)

Stand Januar 2024

Zur Einordnung der Härtebereiche von Wasser nach dem Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes
(WRMG) - europäischer Standard

Wasserqualität
Härtegrad dH*
Maßeinheit mol/m³

weich

< 8,4°

< 1,5

mittel

8,4° - 14°

1,5 - 2,5

hart

> 14

> 2,5

* dH = deutscher Härtegrad

Analyseergebnisse Wasserhärte in der Region Darmstadt

Nachteile hartes Wasser


Während ein gewisser Calcium- und Magnesium-Anteil des Wassers für die Gesundheit des Menschen zuträglich ist, hat ein hoher Kalkanteil viele Nachteile:


  • Kalkablagerungen, die für unansehnliche Flecken und Kalkränder in Küche und Bad verantwortlich sind
  • Höherer Energiebedarf aufgrund von verkalkten Haushaltsgeräten wie Waschmaschinen, Geschirrspüler, Kaffeemaschinen, Wasserkocher, Warmwasserboiler oder Dampfbügeleisen, also generell bei der Warmwasserzubereitung
  • Ästhetische Beeinträchtigungen in der Körperpflege wie sprödes Haar oder trockene Haut
  • Höherer Tensidbedarf bei Reinigungsvorgängen von Textilien mit der Waschmaschine
  • Reinigungs- und Wartungsaufwand bei Leitungen und Geräten mit Wasserdurchfluss

Zusammen genommen entstehen in aller Regel durch hartes Wasser höhere Kosten.


Leider wird eine Enthärtung des Wassers durch den Wasserversorger Hessenwasser nicht zentral vorgenommen, wie dies in einigen Regionen Deutschlands praktiziert wird. So muss im Gebiet um Darmstadt eine Wasserenthärtung und Wasseraufbereitung dezentral an der Hauseinführung vorgenommen werden, wenn der Privathaushalt in den Genuss von weichem Wasser kommen will.

Wenn Sie mehr über die Vorteile von weichem Wasser nachlesen wollen: Vorteile weiches Wasser

Kalkablagerungen, die für unansehnliche Flecken und Kalkränder in Küche und Bad verantwortlich sind. Und höhere Kosten durch höheren Energiebedarf verursachen.